Ja zum Nationalpark Steigerwald
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21.03.2017

Steigerwald soll in Nationalparksuche einbezogen werden

In der Steigerwaldregion wächst der Wunsch, dass der Steigerwald bei der Suche nach einem dritten Nationalpark in Bayern nicht weiter ausgeschlossen wird. Zahlreiche Kommunalpolitiker, viele Wirtschaftsvertreter und Waldexperten richten entsprechende Appelle an die Landräte im Steigerwald und an die Staatsregierung .

„Wir haben eine Petition auf den Weg gebracht, die klar machen soll, dass unsere Region von den Landräte erwartet, dass sie eine ergebnisoffene Nationalparkbewerbung des Steigerwaldes unterstützen“, so Martin Mößlein, Vorstand des Vereins Nationalpark Nordsteigerwald. „Wir setzen darauf, dass die Landräte und die Staatsregierung angesichts der deutlichen Zustimmung aus der Steigerwaldregion tätig werden, damit der Steigerwald in den Suchprozess aufgenommen wird“, so Ralf Straußberger, Waldreferent beim BUND Naturschutz in Bayern. „Wir gehen davon aus, dass dies auch dem Politikstil von Ministerpräsident Seehofer entspräche, der bedeutet, dass man miteinander spricht und dass man macht, was die Mehrheit will“, so Oberfrankens Bezirkstagspräsident Günther Denzler und Max-Dieter Schneider, Ebrachs Bürgermeister.

Große Unterstützung für Petition „Faire Chance für den Steigerwald“
Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald hat eine Petition auf den Weg gebracht, die eine „Faire Chance für den Steigerwald“ bei der Nationalparksuche fordert. Die Petition ist an die Landräte und Kommunalpolitiker aus den Landkreisen Bamberg, Hassberge und Schweinfurt und den Städten Bamberg und Schweinfurt gerichtet, vor allem an die Landräte. Deshalb sind insbesondere die dortigen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, die Petition zu unterschreiben. „Wir appellieren insbesondere an die Landräte Kalb, Schneider und Töpper sich bei der Bayerischen Staatsregierung dafür einzusetzen, dass der Nordsteigerwald, wie andere fachlich geeignete Waldregionen auch, beim Nationalpark-Suchprozess berücksichtigt wird“, so Martin Mößlein. Die Petition ist im Internet zu finden: www.verein-nationalpark-nordsteigerwald.de. Dort können auch Unterschriftenlisten heruntergeladen werden, mit denen Unterschriften gesammelt werden können. „Wir freuen uns über die stark steigenden Unterstützerzahlen unserer Petition, die allein im Internet mittlerweile auf über 1500 angewachsen sind“, so Mößlein.

Neue Rahmenbedingungen ermöglichen Nationalpark-Bewerbung für Steigerwald

„Die Rahmenbedingungen für einen möglichen Nationalpark Steigerwald haben sich in den letzten Jahren grundlegend verschoben“, so Straußberger. Der anfängliche große Widerstand in der Bevölkerung, die lautstarken Proteste und die überwiegende Ablehnung gibt es nicht mehr, sie sind einer Zwei-Drittel-Zustimmung der Bevölkerung in der Steigerwaldregion gewichen. Auch lehnt die Staatsregierung nicht mehr wie früher einen dritten Nationalpark pauschal ab, sondern hat beschlossen, dass es einen dritten Nationalpark in Bayern geben soll. In einer aktuellen Landtagsanhörung am 16.03. in München zum Thema „Dritter Nationalpark in Bayern“ haben etliche Experten gefordert, den Steigerwald in die aktuelle Nationalparksuche aufzunehmen, weil er deutschlandweit als eine der am besten geeigneten Gebiete für einen Nationalpark mit Buchenwäldern gilt. Im Regionalen Dialogprozess zum Steigerwald wurde zudem im großen Konsens beschlossen, für den Steigerwald die Nationalpark-Option zu prüfen. Genau dieses hat der auch Stadtrat von Gerolzhofen jüngst in einem Beschluss gefordert. Darin wird die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, den Steigerwald in den aktuellen Suchprozess zum 3. Nationalpark aufzunehmen. Die Versachlichung der Diskussion, zu der verschiedene Seiten beigetragen haben, hat dazu geführt, dass die klare Mehrheit in der Steigerwaldregion den Nationalpark für eine gute Option hält bzw. sich zumindest wünscht, dass der Steigerwald in den Nationalpark-Suchprozess einbezogen wird. Eine von manchen als Alternative zum „Nationalpark“ ins Spiel gebrachte Weltkulturerbe-Bewerbung des Steigerwaldes hat sich nun auch zerschlagen. Eine Tagung am 14.3. in Handthal zum Thema „Weltkulturerbe“ brachte das klare Ergebniss, dass der Steigerwald wenig Chancen hat auf den Titel als „Weltkulturerbe“. „Da die Staatsregierung und die Landräte der Landkreise Bamberg, Schweinfurt und Hassberge für den Steigerwald einen Welterbestatus anstreben, gilt es nun ernsthaft den Weg für eine Weltnaturerbe-Bewerbung zu prüfen“, so Straußberger. Ein Nationalpark wäre ein erster wichtiger Schritt dahin.

Offener Brief an Landräte mit Bitte Steigerwaldbewerbung zu unterstützen

Der Oberfränkische Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler, Altlandrat des Landkreises Bamberg, hat ein Schreiben an die Landräte in Haßfurt, Schweinfurt und Bamberg gerichtet und um Unterstützung für einen ergebnisoffenen Prozess gebeten. „Ich erwarte nicht, dass sich die Landräte aus Bamberg, Hassberge und Schweinfurt für einen Nationalpark im Steigerwald stark machen, aber ich habe meine Erwartung deutlich gemacht, dass die für die Steigerwaldregion politisch zentral verantwortlichen Landräte das Angebot der Staatsregierung über einen ergebnisoffenen Suchprozess für einen dritten Nationalpark nicht ausschlagen sollten“, so Denzler. Im Regionalen Dialogprozess im Steigerwald wurde mit Stimmen der Landräte beschlossen, dass auch die Option „Nationalpark“ für den Steigerwald geprüft werden soll. Wenn dieser Beschluss ernst gemeint war, dann muss die Nationalparkoption für den Steigerwald jetzt im laufenden Verfahren zum dritten Nationalpark mit geprüft werden, weil nur dort diese Option ernsthaft geprüft werden kann. Geschieht dies nicht, dann läuft die Nationalpark-Option für den Steigerwald ins Leere. Der Regionale Dialogprozess im Steigerwald wäre dann eine reine Alibiveranstaltung und unglaubwürdig!

Kommunalpolitiker & Wirtschaftsvertreter für „Faire Chance für den Steigerwald“
Ende Januar hatte sich eine Allianz aus 160 Vertretern aus der Steigerwald-Region gebildet und darum gebeten, dass der Steigerwald eine faire Chance erhält und bei der Suche nach Bayerns drittem Nationalpark berücksichtigt wird. Ebenso wie die Mehrheit der Bevölkerung in der Steigerwaldregion sind Kommunalpolitiker und Vertreter aus der Wirtschaft, Brauereibesitzer, Gaststättenbesitzer, Weingutbesitzer, holzverarbeitende Industrie nicht zufrieden damit, dass die Staatsregierung den Steigerwald von der Nationalparksuche ausgrenzt. „Die Staatsregierung hat ein Angebot an Regionen gemacht, sich zu bewerben: hier ist unsere Bewerbung aus dem Steigerwald“, so Max Dieter Schneider, Ebrachs Bürgermeister als Sprecher der Allianz. „Wir haben diese Allianz gegründet und bewerben uns beim Ministerpräsident Seehofer als Stimme aus dem Steigerwald darum, dass die Staatsregierung uns nicht als einzige Region ungeprüft ausschließt. Wir setzen uns mit dieser Initiative auch für die wirtschaftliche Entwicklung unsere Region ein, weil wir es für ein epochales Versagen der hiesigen Kommunalpolitik und grob fahrlässig hielten, wenn sie sich weiterhin nicht darum bemüht, die mit einem Nationalpark verbundenen Arbeitsplätze und Investitionen in unsere Region zu lenken.“


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