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15.05.2017

Naturschutzverbände fordern Prüfung von "Nationalpark" und "Welterbe" im Dialogprozess Steigerwald

Die Naturschutzverbände haben den von Umweltministerin Ulrike Scharf inititierten, ergebnisoffenen Dialogprozess zum Schutz der Buchenwälder im Steigerwald begrüßt und sich daran beteiligt.

In diesem regionalen Dialogprozess wurde im Juni 2016 vereinbart, zur Weiterentwicklung der Region verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten zu prüfen, darunter auch „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe“. Aus der Einladung zum nächsten Runden Tisch am kommenden Freitag ergibt sich jedoch, dass im weiteren Dialogprozess die Optionen „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe“ ausgeschlossen werden sollen.

„Wir kritisieren diese einseitige Ausrichtung des Dialogprozesses, weil dies dem Willen der Region klar widerspricht“, so Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz. Der BN hat das bayerische Umweltministerium gebeten, die für den Dialogprozess zentralen Grundsätzen wie „Bürgerbeteiligung“, „Ergebnisoffenheit“, „Region entscheidet“, „Transparenz“ und „Schaffung eines besseren Schutzes im Steigerwald“, einzuhalten.

Die Naturschutzverbände erwarten, dass die Staatsregierung die Beschlüsse der ersten Runde des Dialogverfahrens beachtet, damit dem Dialog nicht die Geschäftsgrundlage entzogen wird. Für eine Befriedung sei es zwingend nötig, dass für den Steigerwald „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe“ als Entwicklungsmöglichkeiten überprüft werden. Deshalb sollte der Steigerwald für diese „Prüfungen“ ergebnissoffen in den aktuellen Nationalpark-Suchprozess mit aufgenommen werden.

Dialogprozess muss fair, transparent und ergebnisoffen sein

Die Naturschutzverbände haben sich am Regionalen Dialogprozess im Steigerwald beteiligt, weil die Staatsregierung ein faires, transparentes und ergebnisoffenes Verfahren mit Bürgerbeteiligung zugesagt hat, das gemäß der getroffenen Absprachen geführt wird. Diese zentralen Vorgaben der Staatsregierung werden in den zum weiteren Dialogverfahren versendeten Unterlagen missachtet. Martin Mößlein vom Verein Nationalpark Nordsteigerwald will das Vertrauen in die Politik nicht verlieren: „Wir wollen als BürgerInnen und WirtschaftsvertreterInnen der Region mit unseren Interessen Ernst genommen und gleichberechtigt behandelt werden.“ Aus den vor kurzem versendeten Unterlagen geht hervor, dass nicht wie im großen Konsens im Dialogprozess im Mai 2016 vereinbart, sieben Varianten mit vergleichenden Potentialanalysen weiter verfolgt werden sollen, sondern nur noch drei. Die Optionen „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe“ sollen ausgeschlossen werden, Gründe dafür werden keine angeführt.

Es widerspräche allen zentralen Grundsätzen und Bedingungen „ergebnisoffen“, „Region entscheidet“, „transparent“, die Umweltministerin Scharf für den Dialogprozess vorgegeben haben, wenn diese absolut einseitige Ausrichtung des Prozesses so umgesetzt würde. BN, Freundeskreis Nationalpark Steigerwald und Bürgerverein Nationalpark Nordsteigerwald fordern von der Bayerischen Staatsregierung, sich nicht über im großen Konsens getroffene Beschlüsse im Dialogprozess hinwegzusetzen, sondern deren Umsetzung im Rahmen des ergebnisoffenen Dialogprozesses tatkräftig zu unterstützen.

Die Umweltverbände fordern auf dieser Basis für das weitere Verfahren, dass auch die Entwicklungsoptionen „Nationalpark“ und „Weltnaturerbe“ untersucht werden und zwar auf einem vergleichbaren Niveau wie bei der Kulturinventarisation. Dazu muss eine vergleichende Potentialanalyse angefertigt werden.

Befriedigung nur mit Fairness, Transparenz und ergebnisoffenem Verfahren

Für eine Befriedung ist es unabdingbar, dass der Steigerwald für diese „Prüfungen“ ergebnissoffen in den aktuellen Nationalpark-Suchprozess mit aufgenommen wird, weil die Region die Option „Nationalpark“ untersucht haben will. Dazu sollte Prof. Job mit vergleichbaren Untersuchungen, wie auch für die anderen Nationalpark-Suchgebiete, beauftragt werden. Die Untersuchungsergebnisse sollen auch in den jeweiligen Regionen bekannt gemacht und diskutiert werden. Es wird zu keiner Befriedung im Steigerwald, oder auch im Spessart kommen, wenn das Für und Wider nicht transparent und faktenbasiert dargestellt und danach mit der Bevölkerung intensiv diskutiert wird.

 


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